21.09.2015 – Knapp 70 Mio. € hat das Emissionshaus HCI in den Jahren 2008 und 2009 von rund 1.900 Privatanleger für ihr Beteiligungsangebot HCI Shipping Select 26 eingeworben. Investiert wurde in vier bereits insolvente Produkten- und Chemikalientanker sowie vier Plattformversorger.

In einem von uns für einen Anleger des HCI Shipping Select 26 vor dem Landgericht Chemnitz geführten Rechtsstreit wurde die Erzgebirgssparkasse am 28.08.2015 verurteilt, ihrem Kunden, dem sie zur Beteiligung an diesem Fonds geraten hatte, Schadenersatz zu leisten. Sie muss daher das investierte Kapital zahlen, die Beteiligung zu übernehmen und ihren Kunden von jeglicher Haftung freistellen. Noch ist das Urteil aber nicht rechtskräftig.

Das Landgericht Chemnitz begründet seine Entscheidung unter anderem damit, dass der Mitarbeiter der Erzgebirgssparkasse den Kläger bei der Empfehlung des Schiffsfonds nicht anlegergerecht beraten habe. Dieser sei nämlich weder ein vermögender Mann noch ein Spitzenverdiener gewesen.

Hierbei handelt es sich nach unserer Erfahrung um einen typischen Fall von Falschberatung. Immer wieder stellen wir fest, dass gerade hochriskante Schiffsfonds von Banken und Sparkassen ganz normalen Kunden empfohlen wurden. Für nicht nennenswert vermögende, zumeist auch in diesem Bereich gar nicht erfahrene Kunden sind solche Vermögensanlagen aber völlig ungeeignet. Das Urteil des im Fall der Erzgebirgssparkasse zeigt, dass die Gerichte nicht bereit sind, dies hinzunehmen. Nach der Zeugenaussage des Beraters steht für uns fest, dass es hier ein System gab.

> Mehr Informationen zum HCI Fonds Shipping Select 26

Ihr Ansprechpartner
Mathias Nittel, Rechtsanwalt | Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht
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