Nach Auslaufen der 5-jährigen Festcharter auf dem Weg in die Insolvenz?

Die für fünf Jahre vereinbarte Festcharter hat dem vom Emissionshaus Atlantic im Jahr 2008 aufgelegten und bis in das Jahr 2010 hinein platzierten Schiffsfonds MS „Benjamin Schulte“ (jetzt MS „Hammonia Pescara“) und MS „Benedict Schulte“ bislang trotz der seit Herbst 2008 anhaltenden Krise der weltweiten Schifffahrt auskömmliche Einnahmen beschert.  Fünf Jahre nach Übergabe der Schiffe im Juli bzw. September 2009 laufen die Charterverträge aus und die Schiffe müssen sich auf dem Markt neue Beschäftigung suchen. Dabei ist nicht zu erwarten, dass mit den derzeit erzielbaren niedrigen Charterraten die für den Schiffsbetrieb und den Kapitaldienst benötigten Einnahmen erzielt werden können.

Situation auf dem Markt für Containerschiffe und Folgen für die Schiffsgesellschaften

Noch immer ist die Containerschifffahrt von Überkapazitäten und – im Vergleich zu den im Jahr 2008 erzielbaren Raten – niedrigen Charterraten geprägt. 8.500 USD/Tag waren Ende Juli 2014 für ein Schiff mit 4.300 TEU zu erzielen, mit leicht rückläufiger Tendenz (Quelle König & Cie.). Für das laufende Jahr und 2015 ist infolge des weiterhin über dem prognostizierten Wachstum der Weltwirtschaft liegenden Flottenwachstums wohl kein signifikanter Anstieg der Charterraten zu erwarten.

Schadenersatz wegen Verwendung des nicht aktualisierten Fondsprospekts und Falschberatung

Im Verlaufe dieses Jahres zwischen Prospektherausgabe und Prospektaktualisierung wurden an eine Vielzahl von Anlegern Beteiligungen am Fonds MS „Benjamin Schulte“ und MS „Benedict Schulte“ vertrieben. Dabei wurden der Prospekt und die in diesem enthaltenen Informationen in der Beratung verwendet und die Anleger so über die tatsächlichen Marktgegebenheiten und die inzwischen eingetretenen erheblichen Risiken für die wirtschaftliche Perspektive des Fonds getäuscht. Da für Schiffsfondsprospekte eine Pflicht zur ständigen, zeitnahen Aktualisierung besteht, können Anleger Schadenersatzansprüche bereits auf diese fehlende zeitnahe Aktualisierung des Fondsprospekts stützen.

Weitere Beratungsfehler

Bei zahlreichen Anlegern, deren Beratungen wir inzwischen geprüft haben, haben wir viele weitere Beratungsfehler festgestellt, die Schadenersatzansprüche und damit die Chance auf eine „wirtschaftliche Rückabwicklung“ der Beteiligung eröffnen. Verschiedene Klagen sind inzwischen in Vorbereitung.

Für eine individuelle Beratung zu der Frage, wie Ihre Chancen zur Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen stehen, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Nittel | Rechtsanwalt | Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht
Ihr Ansprechpartner
Mathias Nittel, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht

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